Gedanken zu “Dunkirk”

Believe the hype. Entflieht der Sommerhitze, geht ins Kino und schaut euch “Dunkirk” an. Der neue Film von Star-Regisseur Christopher Nolan wurde bereits im Vorfeld als “größter Film des Jahres” und “bester Nolan-Film aller Zeiten” gelobt. Mit solchen Worten sollte man vorsichtig sein, aber in diesem Fall haben die Kritiker recht – finde ich. Nicht nur die mitreißende Geschichte und die beeindruckenden Bilder, sondern auch der Cast aus Hollywood-Größen und Newcomern überzeugen.

Ich durfte heute mit einem echten Kino-Experten und lieben Kollegen “Dunkirk” in einer Vorpremiere anschauen und wir waren uns einig: Dieser Film ist großartig! Meine Gedanken dazu lest ihr hier …

It’s like a two-hour panic attack that you’re so glad you had. – Stephen Colbert

“Dunkirk” ist kein typischer Kriegsfilm, sondern (um es mit den Worten von Harry Styles zu sagen) ein “epic suspense thriller”. Obwohl er mit 107 Minuten zu den kürzeren Nolan-Filmen gehört, ist es anstrengend – seelisch und körperlich anstrengend – ihn anzusehen. Man vergisst manchmal sogar zu atmen, wenn die Männer unter Wasser ums Überleben kämpfen, wenn sie verzweifelt versuchen, vor dem Feind zu fliehen oder ihn auszuschalten. Der Film hält sich nicht mit den typischen Hintergrundgeschichten der Soldaten auf – emotional macht den Zuschauer also nicht die Familie, die zuhause wartet, sondern einzig und allein der Kampf ums Überleben und das tief verankerte Heimweh, das die Soldaten bei Kräften zu halten scheint.

Der Zuschauer leidet mit

Obwohl man nichts über diese jungen Männer weiß, fühlt man so sehr mit ihnen mit. Von Minute 1 bis Minute 107 ist man (an)gespannt und kann kaum glauben, was sie durchmachen müssen. Die Geschichte ist fiktiv, doch die Ereignisse waren echt. Das ist Krieg. Christopher Nolan schafft es, uns zu berühren, ohne Blut und Gemetzel zu zeigen und ohne in eine Geschichtsstunde abzuschweifen (ja, er kommt sogar ohne einen peinlichen, deutschen Bösewicht aus). Er zeigt die pure “Alltäglichkeit” dieser furchtbaren Situation. Die Schicksale, die Ängste und Emotionen der Soldaten sind es, die in uns große Emotionen bewirken – und das sogar ohne viele Worte.

Movie Star Harry Styles

Die meisten Worte dieses erstaunlich kurzen Scripts hat ein Newcomer: Harry Styles. Es gibt nicht viele Singer/Songwriter, die auch als Schauspieler großes Talent zeigen (Jared Leto, Will Smith, Justin Timberlake), aber es gibt offensichtlich nichts, was Harry nicht kann. Und das sage ich nicht (nur), weil ich ein großer Fan bin.

Vor ein paar Jahren winkte er noch ab: Eine Filmkarriere? “God help Hollywood!” Das hat sich jetzt erledigt, denn sein erster Film ist nicht nur ein Christopher-Nolan-Meisterwerk, sondern zeigt auch: er. kann. schauspielern. Selbst Movie Snobs und ewig meckernde Kritiker mussten das nun zugeben – schlechte Kritiken sucht man nämlich vergebens.

“What I was looking for in the character of Alex, and haven’t been able to find despite looking at thousands of young men, I saw in Harry right away.” – Chris Nolan

Die Auditions, die sich über Monate hinzogen, haben sich gelohnt, Mr. Nolan kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Hoffentlich überredet er ihn, doch nicht nach dem ersten Film Schluss zu machen. Ja, ich erkenne Harry auch an einem Ohr (im Dunkeln, unter Wasser, ölverschmiert), aber auch ich habe zwischendurch kurz “vergessen”, dass dieser egoistische, bedrohliche, fluchende Alex eigentlich Harry ist. Und so soll es schließlich auch sein. Die beiden haben rein gar nichts gemeinsam, Schauspieltalent war gefragt.

Neben Harry wären da noch Newcomer Fionn Whitehead, mit dem man besonders mitfiebert, und die Hollywood-Größen Cillian Murphy, Mark Rylance und Tom Hardy. Dieser unglaubliche Cast macht “Dunkirk” einfach sehenswert. Für den Rest sorgt die Filmmusik von Hans Zimmer. Bleibt nur zu hoffen, dass die Academy dieses Meisterwerk bis zur Oscarvergabe nicht schon wieder vergessen hat. GIVE THEM ALL THE AWARDS!

So, und jetzt muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen und das alles verarbeiten.

Kleine Schmankerl zum Schluss:

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One thought on “Gedanken zu “Dunkirk”

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